Fluch oder Segen ?
Statistik für Erbsenzähler – Die SG H/O vor dem Saisonstart
Fluch oder Segen? Pokalerfolge machen Lust auf mehr
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Diese Redewendung wird Lothar Brethauer in den letzten Wochen des Öfteren durch den Kopf geschossen sein. Denn was nützt ein ausgefeilter Vorbereitungsplan, wenn er fast täglich wieder über den Haufen geworfen werden muss? Der Grund: Seine Mannschaft ist im Kreispokal einfach (zu) erfolgreich, im Gegensatz zum letztjährigen Tabellenfünften und heutigen Gegner von der SG Mühlbach/Raboldshausen. Der wurde im Viertelfinale vom SVA Bad Hersfeld mit 0:11 gerade zu überrollt.
Spätestens nach dem zumindest in dieser Höhe überraschenden 5:0 im Kreispokalviertelfinalderby gegen den SV Rotenburg mischt sich in die fast schon traditionelle Vorfreude auf eine neue Saison nun aber die Lust auf mehr in der Liga. Denn nur Wenige trauen dem im letzten Jahr in der Kreisoberliga völlig überforderten FSV Widdershausen zu (nur 11 Punkte aus 30 Spielen), den Platz der „Übermannschaft“ von Meister Heenes zu übernehmen (22 Punkten Vorsprung auf Platz zwei).
Rechneten bislang die vermeintlichen Experten aber eher mit Mannschaften wie der neuen Spielgemeinschaft FSG Bebra oder der SG Sorga/Kathus mit ihrem neuen Trainergespann um Martin Stein und Ex-Profi Ante Markesic, so steht nun plötzlich auch unsere SG Heinebach/Osterbach im Fokus der Öffentlichkeit. Aber Vorsicht: HNA-Schlagzeilen wie „Heinebach düpiert favorisierte Rotenburger“ können schnell zu einem Bumerang werden. Denn der Pokal ist Fluch und Segen zugleich: Segen, weil er Euphorie in Mannschaft und Umfeld auslöst und das Selbstbewusstsein der jungen Mannschaft stärkt. Aber eben auch Fluch, da ein geordneter Trainingsbetrieb aufgrund der terminlichen Enge des Pokalspielplans (3 Spiele in einer Woche) kaum möglich war. Nur gut, dass das Pokalhalbfinale gegen Klassenkamerad TSV Herfa erst am 18. August stattfindet, so dass die Köpfe der Spieler für den Saisonstart langsam aber sicher frei werden sollten.
Denn auch der angestrebte Neuaufbau der Zweiten ist durch die Pokalerfolge zumindest langsamer als geplant eingeleitet worden. Zu wertvoll war die Erfahrung von Spielern wie Martin Köthe und Andreas Möller. Diese wollten mit der kommenden Serie eigentlich etwas kürzer treten, um einen Generationenwechsel in der Ersten zu beschleunigen. Nicht nur ihre Tore waren es aber schließlich, die den aktuellen Erfolg der Ersten möglich machten. Und schon mehren sich die Stimmen, auch im nächsten Jahr auf eine gesunde Mischung aus Alt und Jung zu setzen. Dies wird letztlich Trainer Brethauer ebenso entscheiden müssen wie die Torwartfrage. Denn auch hier hat er nach den Eindrücken im Training die Qual der Wahl. Sowohl der Aufsteiger der letzten Saison, Christian „Buba“ Nieske als auch der sich wieder in deutlich ansteigender Form präsentierende langjährigen Stammkeeper Jan-Niklas Richter stehen hier zur Auswahl.
Den ersten Liga-Gegner aus Mühlbach/Raboldshausen sollte aber so oder so niemand unterschätzen. Selbst wenn die Bilanz der Begegnungen in den letzten fünf Jahren mit 6 Siegen und 4 Niederlagen positiv ist und in der letzten Saison zwei relativ klare eingefahren wurden (3:0 zu Hause, 4:1 auswärts).
Erfolgreich war im Übrigen aber letztlich trotz aller Rotation in der Ersten auch die Zweite in ihrer Vorbereitung: Auch sie blieb in der gesamten Vorbereitung ungeschlagen: Borken II, Spangenberg II, Gombeth II und Braach I wurden zum Teil sogar sehr deutlich bezwungen und gegen Heringen I zumindest ein Unentschieden ergattert. Die Hoffnung auf bessere Zeiten rund um die Günter-Klose-Sportanlage ist daher vor dem ersten Spiel gegen A-Liga Absteiger TSV Kirchheim II nicht ganz unbegründet. Zum Abheben ist es aber noch zu früh, die ersten regulären Spieltage der neuen Saison werden zeigen, wohin die Reise geht.
(C) FC 1928 Heinebach e.V. - In der Lücke 10- 36211 Heinebach








